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Der Fallschirm und seine Verpackung
Fallschirmarten
Die Rundkappe
Die
Rundkappe wie der Name schon sagt ist sie rund, Leonardo da Vinci's Erfindung
wurde im Laufe der Zeit immer mehr verbessert. Das Material wurde dichter und
leichter und sie bekamen Steuerschlitze mit denen man aber nur geringfügig
lenken konnte. Die Rundkappe basiert
rein dem Luftwiderstandsprinzip. Je schwerer die Last, desto größer
muss die Kappe im Durchmesser sein. Heutzutage werden mit Rundkappen überwiegend
Lasten abgesetzt. Ebenso dienen sie als Bremsfallschirm und werden zum schnellen
Abbremsen von Fahrzeugen mit hohen Geschwindigkeiten (z. B. für Flugzeuge)
verwendet.
Der Flächenfallschirm
wurde Anfang der 70-iger Jahre populär. Flächenfallschirme (Gleitfallschirme) haben nicht nur das Profil einer Tragfläche, sie funktionieren auch genau so. Durch diese Form und die Anstellung des "Flügels" im Wind, wird Auftrieb erzeugt und das Gleiten durch die Luft wird möglich. (Wie Vögel nutzen wir so die Grundsätze der Aerodynamik.) Durch die Vorwärtsfahrt ist es erst möglich den Schirm zu steuern. Die ersten Versuche endeten meist mit einer Fehlöffnung, also dass man wieder unter dem Reserve-Fallschirm hing (meistens eine Rundkappe). Doch auch dieses Problem wurde behoben. Neuere und bessere Leinen und Stoffe (F-111, Kunstseide) wurden entwickelt. Seit ca. 1990 werden elliptische Kappen konstruiert und verkauft, die mit einem noch luftdichteren Stoff (0-P) ausgerüstet sind. Durch die Form und die Stoffe können die Gesetze der Aerodynamik noch besser ausgenutzt werden, die Schirme erhielten mehr Tragfähigkeit, die Schirme wurden kleiner und dadurch die Ausrüstung leichter.
Das Gurtzeug
Hauptfallschirm und Reservefallschirm sind jeweils eine Baugruppe innerhalb des kompletten Fallschirmsystems. Um sie überhaupt in Einsatz bringen zu können, müssen sie mit dem Springer verbunden sein. Diese Funktion übernimmt das Gurtzeug. Alle Baugruppen werden in einer Art Rucksack untergebracht und bestehen aus verschiedenen Gurten, sowie der äußeren Verpackungshülle und den Containern für den Reserve- und Hauptfallschirm.
Heute bestehen Gurtzeuge nur noch aus Kunstfasern und die Nähte haben eine bestimmte Form und Reihenfolge. Diese ist so wichtig, weil der Fallschirmspringer eine Geschwindigkeit von 200 bis 250 km/h im freien Fall erreicht, die der Fallschirm bei der Öffnung in nur 200 Meter auf fast null herabbremst.
Öffnungsautomaten
Automatische Öffner (AAD, Automatic Activation Device) haben die grundsätzliche Aufgabe, die Schirmöffnung in dem Moment einzuleiten, wenn bestimmte Kriterien erfüllt sind. Im allgemeinen sind dies Situationen in denen der Springer mit einer bestimmten Fall- oder Sinkgeschwindigkeit eine definierte Höhe unterschritten hat. Es gibt die unterschiedlichsten Gründe dafür, dass Springer ihre Schirme zu spät oder gar nicht aktivieren. Automatische Öffner sollen immer dann einspringen, wenn der Mensch versagt oder aber handlungsunfähig ist, wie z. B. nach einer Kollision im freien Fall, die zur Bewusstlosigkeit führen kann. Der Öffnungsautomat springt in diesen besonderen Fällen ein, öffnet den Reservefallschirm und kann so Leben retten. Weltweit durchgesetzt hat sich die Erfindung von Helmut Cloth, der das so genannte CYPRESS ("Cybernetic Parachute Release Systems") erfand. Dieses System arbeitet auf Basis eines Mikroprozessors, der für eine außerordentliche Präzision in der Messung und Ausführung sorgt. Dieses System springt erst ein, wenn jede Aktion des Springers zu spät käme. Etwa 100 Springer verdanken diesem System ihr Leben.
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