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Die Arten des Fallschirmspringens (Disziplinen)

Es gibt mehrere sportliche Disziplinen, die im Fallschirmsport wettkampfmäßig durchgeführt werden.

Zielspringen
Seit den ersten Fallschirmsprüngen konzentriert sich die Aufmerksamkeit der Springer darauf, sobald sie am geöffneten Schirm hängen, den von ihn gewünschten Landeplatz anzusteuern und dort sicher zu landen. Aus dieser reinen Notwendigkeit heraus entwickelte sich das Zielspringen als älteste und ursprünglichste Fallschirmsportdisziplin, in der die Aktiven begannen, ihre Fähigkeiten untereinander zu messen. Mit fortschreitender Technik wurde die Kontrolle und Manövrierfähigkeit von Fallschirmen besser und damit auch das Erreichen bestimmter Zielflächen immer einfacher. Gleichzeitig wuchs der Ehrgeiz der Springer immer kleinere Landeflächen anzuvisieren. Bei Wettkämpfen liegt der Durchmesser einer Zielscheibe, der sogenannten "Nullscheibe", inzwischen bei 3 cm. Die sichere und präzise Handhabung des Fallschirms ist für solche Leistungen natürlich unabdingbare Voraussetzung, ebenso wie ein gutes Auge und Nervenstärke. Bis es zu einer solchen Präzision kommt, sind zahlreiche Trainingssprünge erforderlich. Spitzensportlern gelingt es jedoch regelmäßig, dieses kleine Ziel punktgenau zu treffen.

Stilspringen
Als die Fallschirme entwickelt wurden, die man auch nach einer gewissen Zeit im freien Fall öffnen kann, entstand die neue Disziplin, das Stilspringen. Der Fallschirmspringer muss in einem möglichst kleinen Zeitraum Drehungen und Saltos im freien Fall durchführen. Die Reihenfolge und Anzahl der Manöver wird vorher festgelegt. Auch diese Art des Fallschirmspringens wird noch immer wettkampfmäßig durchgeführt, wenngleich sie immer mehr in den Hintergrund gerät.

Formationsspringen (Relativ-Work)
Die am weitesten verbreitet Disziplin im Fallschirmsport ist das Freifall-Formationsspringen. Anfangs wird dabei zunächst nur mit einem Partner gesprungen und geübt.
Im freien Fall bei Geschwindigkeiten um die 200 km/h greifen die Springer einander an Armen und Beinen und bilden so unterschiedlichste Formationen. Deren Variationen sind zahlreich, der Phantasie sind kaum Grenzen gesetzt. Im Laufe der Zeit sind im Freifall-Formationsspringen verschiedene Wettkampfdisziplinen entstanden: Ziel ist es dabei, möglichst viele verschiedene Formationen innerhalb eines Sprunges zu fliegen. Es werden Weltmeisterschaften durchgeführt, bei denen Gruppen von 4, 8 oder 16 Springern möglichst viele vorgegebene Figuren in einer bestimmten Reihenfolge durchführen müssen.
 Die Leistungen dieser Springer sind erstaunlich: So können die guten 4er-Teams beispielsweise über 20 verschiedene Formationen bilden bevor sie nach 35 Sekunden freien Falls ihren Fallschirm öffnen.
Der letzte Weltrekordversuch im Massenformationsspringen wurde 1996 mit 302 Springern geplant. Der Rekord wurde knapp verfehlt es kamen "nur" 297 Springer im freien Fall zusammen, die gleichzeitig mindestens 3 Sekunde lang eine vorbestimmte Figur gemeinsam fliegen müssen.

 

 

 

CRW (Canopy Relative Work),
Mit dem Flächenschirm kam noch eine andere Disziplin, als so genannte CRW (Canopy Relative Work), also ein Formationsflug von Fallschirmspringern am offenen Schirm. Wettbewerbe werden meistens mit vier Fallschirmen und Springern durchgeführt.

 

 

 

 

Freestyle-Springen
Es ist eine von den neueren Disziplinen. Man kann es mit Kunsteislauf, Ballett oder Bodenturnen vergleichen. Im Gegensatz zum Stilspringen gibt es mehrere Figuren, die man während des Sprunges zeigt. Die Akteure haben ein festes Kür- und Pflichtprogramm, das sie bei ihrem Sprung zeigen. Diese werden von einem 2. Springer auf Video aufgenommen und anschließend am Boden von Schiedsrichtern ausgewertet.

Skysurfing
Diese Form des Fallschirmsportes gehört zu den neueren Disziplinen und ist wohl die Disziplin, die den meisten aus den Medien bekannt ist. Spektakuläre Bilder von "Himmelssurfern" flimmern wohl schon täglich über unsere Bildschirme. So leicht es aber aussieht, durch das Brett an den Füssen ist der Springer in seiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt und muss zusätzlich die auftretenden aerodynamischen Kräfte, die auf das Brett wirken, kontrollieren und für den Bewegungsablauf nutzen. Ähnlich dem Freestyle-Springen gilt es bei Wettbewerben ein Pflicht- und Kürprogramm zu zeigen, das von einem Videofilmer im Freifall aufgenommen wird. Der Akteur und der Filmer bilden ein Team und es wird nicht nur der Surfer, sondern die Arbeit miteinander bewertet.

Free-Flying
Das Freeflying ist eine sehr junge Erscheinungsform des Fallschirmsports und weniger eine neue Disziplin als vielmehr die Verknüpfung aller bisher existierenden Freifallformen. Man spricht von der konsequenten Weiterentwicklung des menschlichen Fliegens. Das eigentlich Neue, Revolutionäre am Freeflying ist die Erkenntnis, dass in jeder Körperposition stabil und gleichzeitig relativ zu einem bzw. mehreren Partnern geflogen werden kann, und das unter Ausnutzung des gesamten zur Verfügung stehenden dreidimensionalen Raumes.  Im Freeflying werden Geschwindigkeiten zwischen 170 km/h und 350 km/h erreicht. Im Gegensatz zum Freestyle, das ähnlich dem Ballett großen Wert auf äußere Form legt, zählt beim Freifliegen nur die Effizienz. Es wird immer die Körperposition genutzt, die zur Ausführung eines Flugmanövers am wirkungsvollsten ist. Im Vordergrund steht das interaktive Miteinander-Fliegen, bei dem die Art und Weise eine untergeordnetere Rolle spielt als beispielsweise beim Relativ-Springen.

BASE-Springen
Es ist so ähnlich wie aus dem Ballon zu springen, nur gefährlicher (und verboten), weil diese Sprünge aus

einer geringeren Höhe und von Brücken, Hochhäusern, Fernsehmasten oder Felsklippen durchgeführt werden.

 


 

Fun
Im Freizeitbereich sind nahezu keine Grenzen gesetzt. Es wird mit Schlaubooten samt Insassen aus dem Flieger gesprungen. Mit Reifen und Rauchpatronen. Zudem gibt es auch spezielle Bekleidung, die es dem Springer ermöglichen weite Strecken zurückzulegen. Man muss auch nicht immer aus einem Flugzeug springen, z.B. aus dem Ballon oder aus einem Hubschrauber, das etwas ganz anderes ist, als aus einem Flugzeug. Da man keinen Flugwind hat, scheint man für kurze Zeit schwerelos zu sein .

 

Vor allen Dingen ist kein Ende im Ideereichtum der Sportbegeisterten zu sehen. Es bleibt also spannend, was die Zukunft für den Fallschirmsport bringen wird.

 

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